Mit Liberating Structures holen Sie aus Ihrem Team das Beste raus!

Heiko Keller 18.02.2019

Impromptu Networking

In der heutigen Arbeitswelt ist Teamarbeit unabdingbar. Die Digitalisierung birgt viele Change Management Prozesse und somit auch viele Projekte in sich. Der Grundstein fĂŒr ein erfolgreiches Projekt, ist die Zusammensetzung eines Projektteams, um aus ihren speziellen FĂ€higkeiten eine Symbiose entstehen zu lassen.
Die Herausforderung, die dabei oft entsteht, ist es die individuellen FĂ€higkeiten, Erfahrungen und das Wissen der einzelnen Personen optimal zu nutzen.

Kommunikation
Es gibt extrovertierte Menschen, die sofort ihre Ideen vortragen und diese auch gern durchsetzen, aber es sind hÀufig gerade die Ideen der introvertierten Menschen, die ein Projekt innovativ oder erfolgreich machen.
Wenn Menschen sich nicht mit einbezogen fĂŒhlen, ziehen sie sich oft aus dem Projekt zurĂŒck und geben ihre wertvollen FĂ€higkeiten oder Geistesblitze nicht hundertprozentig preis. Im klassischen Projektmanagementansatz, wie er auch hĂ€ufig an UniversitĂ€ten oder Hochschulen gelehrt wird, wurde dieser Aspekt fortwĂ€hrend nicht in Betrachtung gezogen. Wie kann man diesem PhĂ€nomen entgegen wirken? Der Einsatz der Liberating Structures hat sich als ein adĂ€quates Hilfsmittel erwiesen, welches auch schon von vielen FĂŒhrungskrĂ€ften angewendet wird.

Was sind Liberating Structures?

Momentan bilden 33 Mikrostrukturen das Spektrum der Liberating Structures ab. Ins Leben gerufen wurden sie von Henrie Lipmanowicz und Keith McCandless. Die Grundidee dabei war es, das Potenzial der Menschen an eine sich verĂ€ndernde Umgebungsstruktur, in der Arbeitswelt, anzupassen und nicht nur den “Machern” sondern auch den “Dichtern und Denkern” eine Plattform ihrer Persönlichkeit anzubieten.

Warum loht sich der Einsatz von Liberating Structures?

Projekte scheitern oder verbrauchen viel mehr Zeit und Budget als vorher eingeplant. Nicht selten liegt das daran, dass die Teammitglieder sich nicht kreativ entfalten können. In der RealitĂ€t ist hĂ€ufig alles zu sehr oder zu wenig strukturiert. Bei einem Meeting hĂ€lt eine Person einen Monolog und unterstĂŒtzt ihn dabei mit einer PowerPoint PrĂ€sentation. Am Ende stellt das Plenum Fragen. Ein wirklicher Austausch entsteht so nicht. Liberating Structures sind leicht zu erlernende Methoden fĂŒr Jedermann. Anwendbar sind sie fĂŒr Gruppen in jeder GrĂ¶ĂŸe. Die Structures können jeglichen Situationen angepasst werden, weil sie nur einen kleinen Rahmen stecken und sonst sehr viel Freiraum lassen. Sie helfen den Teammitgliedern sich besser kennenzulernen, binden jeden mit ein und geben jeden die Chance sich kreativ zu entfalten und seine StĂ€rken zu zeigen. Erwartete Ergebnisse der Arbeit lassen damit des Öfteren ĂŒbertreffen. Die höhere Beteiligung der Teammitglieder fördert Innovationen und steigert die ProduktivitĂ€t.

Vorstellung der Liberating Structure “Impromptu Networking”

“Impromptu Networking” ist eine Structure, die man beim ersten Zusammentreffen einer Arbeitsgruppe anwenden kann. Sie hilft dabei, dass sich die Teammitglieder besser kennenlernen und fokussiert die Gruppe auf eine bestimmte Fragestellung. Alle Personen werden eingebunden, gleichzeitig kommen hĂ€ufig ungeahnte FĂ€higkeiten zum Vorschein. Die wĂ€hrend der DurchfĂŒhrung entstehenden Verbindungen, lassen kollektive LösungsansĂ€tze fĂŒr gemeinsame Problemstellungen in der Arbeitswelt entstehen.
Die Structure dauert 20 Minuten und ist fĂŒr Gruppen jeglicher GrĂ¶ĂŸe anwendbar. Benötigt wird lediglich ein großer freier Raum, in dem sich die Teilnehmer bewegen und sich in Zweiergruppen zusammenfinden können.

Wie lÀuft das Ganze ab?

Am Anfang wird eine Einladung gestaltet. Dies ist beispielsweise eine Fragestellung: “Mit welcher Erwartungshaltung gehst du in dieses Projekt und wie willst Du zum Erreichen des Projektziels betragen? “ Die Fragestellung sollte offen sein, aber nicht zu viel Spielraum lassen.
Anschließend suchen sich die Teilnehmer einen beliebigen Partner und reden mit ihm oder ihr ĂŒber die vorher festgelegte Fragestellung. Dabei hat jeder GesprĂ€chspartner zwei Minuten Redezeit. Also ein Zweierteam unterhĂ€lt sich dementsprechend vier Minuten. Nach Ablauf dieser Zeit finden sich neue Paare zusammen, um eine Wiederholung des Ganzen mit einem anderen Partner durchzufĂŒhren. Der Wechsel wird, durch den Moderator, hĂ€ufig mittels eines akustischen Hinweises eingeleitet. HierfĂŒr bietet sich z. B. ein Gong oder eine Klingel an. Insgesamt gibt es drei Runden.

Welchen Vorteil bringt die Anwendung dieser Structure?

Durch die Einbindung jedes Teilnehmers, entstehen neue Verbindungen. Selbst die introvertierten Teammitglieder kommen hier zum Zug und können innerhalb der Gruppe auftauen. Das mehrfache Wiederholen und Überdenken der eigenen Antworten, gibt die Möglichkeit diese zu optimieren. Zudem ist es gut, wenn Personen von anderen Personen in ihrer Meinung bekrĂ€ftigt werden oder es auch mal gute Gegenargumente gibt.
Wir haben “Impromptu Networking” schon oft in eigenen Workshops angewendet, weil es diese Structure ermöglicht, sich einem bestimmten Themengebiet anfangs schnell zu nĂ€hren.
Um anschließend tiefer in eine Fragestellung einzutauchen, bieten sich andere Liberating Structures, wie z. B. 1 – 2 – 4 – All an.

Heiko Keller

Consultant bei der frobese GmbH