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Über Java Client und Java Server zum Host - Eine 3-Schichten-Anwendung im Bankbereich

Einführung

Unser Kunde ist eine große Geschäftsbank. Die Anwendung OVI (Organisationsverwaltungs- und Informationssystem) wird seit 1998 beim Kunden entwickelt und befindet sich seit Anfang 2000, mittlerweile in Version 2.2.0 (Stand Januar 2001), in Produktion. OVI wird zur Zeit in vielen Instituten eingesetzt. Wir unterstützen das Projekt seit April 1999 in den Bereichen Anwendungsentwicklung und Projektleitung. OVI dient in Bankinstituten zur Verwaltung von Organisationseinheiten (OEs) und weiteren organisationsbezogenen Daten, wie Adressen etc. Es bietet eine PC-orientierte grafische Benutzeroberfläche, über welche die OE-Daten dezentral erfaßt werden können. OVI löst damit das Tabellen- und Host-Programm G100 ab.

Entwicklungswerkzeuge
  Java 2
 JDK 1.3
  Jaguar 1.1.0
 GUI-Framework, 100% Pure Java
  Java Web Start 1.0
 Tool zum Download und zur Versionsverwaltung, 100% Pure Java
  Java Help 1.1
 Online-Hilfe, 100% Pure Java
  InetSoft Style Report 2.3
 Drucker-Tool, 100% Pure Java
  Symantec VisualCafé 4.0

Funktionalität

Die graphische Benutzeroberfläche erlaubt dem Anwender, OE-Daten anzuzeigen und zu bearbeiten. Ferner läßt sich die OE-Struktur eines Instituts in einer Baumhierarchie anzeigen, sowie in einem Administrator-Modus institutsindividuell einstellen.

Änderungen an OEs und organisationsbezogenen Daten können im voraus für zukünftige Stichtage in Form von Änderungsaufträgen in das System eingestellt werden. Das System stellt für jeden Zeitpunkt sicher, daß der aktuelle Datenbestand unter Berücksichtigung des Stichtagbezugs der Änderungen ein konsistentes Bild ergibt.

Änderungen unterliegen dem 4-Augen-Prinzip, das heißt: sie können nicht von demselben Benutzer eingegeben und freigeschaltet werden. Vielmehr müssen sie nach der Eingabe zunächst von einem zweiten Benutzer kontrolliert werden, bevor Sie zusammen mit anderen Änderungen zu demselben Termin freigegeben werden können. Mit Eintreten des Stichtages werden die Änderungen dann in den aktiven Datenbestand übernommen.

Setzt das Institut das Personalinformationssystem ein, so werden bestimmte Eingaben zur Qualitätssicherung gegen die im Personalinformationssystem bekannten Daten geprüft.

Die Anwendung ist für den Benutzer in einem Browser (z.B. Netscape Navigator) aufzurufen und versorgt sich über einen Server mit Daten vom Host.

Technische Realisierung

Die Architektur der Anwendung OVI wurde im wesentlichen durch die folgenden Vorgaben bestimmt:
1. 3 - Schicht
2. Browserbasierter Client
3. Verwendung des GUI-Frameworks JAGUAR

Die dreischichtige Architektur besteht aus dem Client, dem Middle-Tier-Server und dem Host.

Client und Server wurden vollständig in Java entwickelt, der als Java-Applet implementierte Client zusätzlich unter Verwendung des GUI-Frameworks JAGUAR.

Aufgabe des Clients ist die Darstellung der Anwendungsdaten in der GUI und die Entgegennahme der Benutzeraktionen, sowie die Weiterleitung entsprechender Requests an den Server. Der Struktur des Clientprozesses liegen Architekturmuster von Erich Gamma et al. zugrunde, welche die Verarbeitung u.a. über sogenannte Fassaden steuern. Die Kommunikation zwischen Client und Middle-Tier-Server erfolgt über RMI (Remote Method Invocation). Diese Java eigene Technik erlaubt einen für die Anwendung weitgehend transparenten Zugriff auf remote liegende Objekte.

Auf dem Middle-Tier-Server (Windows NT oder UNIX) laufen diejenigen Komponenten, welche die Anfragen des Client entgegennehmen und beantworten. Sie übernehmen die Transaktionssteuerung und fordern Daten vom Host an, damit sie zum Client weitergegeben werden können. Die Kommunikation zwischen Middle-Tier und Host erfolgt über den Kommunikationsserver, einer Entwicklung der BG-SYS Berlin. Dieser sendet Requests in einem definierten Format über eine LU0 Verbindung zum Host.

Auf dem Host liegt die Datenbank, in der alle OVI-Daten gespeichert sind, sowie die Transaktionen, die für den Zugriff auf die Datenbank verantwortlich sind. Requests vom Server werden über die BHSDSI-Schnittstelle zur OVI-Transaktion weitergeleitet.